trends: Was macht das typische CLAAS Design eigentlich aus?
Markus Matthies: CLAAS hatte immer eine klare Designsprache: ruhig, clean, bodenständig – klare Linien, lange Flächen, horizontale Proportionen. Ein reiches Erbe, das wir sorgfältig weiterentwickelt haben. Besonders prägend waren unsere charakteristischen Scheinwerfer und ein seitliches Element, das wir anfangs „Bumerang“ nannten. Daraus wurde später das CLAAS typische grüne „Y-Element“ mit dem „Sattel“, also die weiße Fläche, auf der das Logo sitzt. Dieses Motiv findet sich in unterschiedlicher Ausprägung auf allen Maschinen wieder.
trends: Trotzdem versuchen Sie doch inzwischen, mehr Emotionen im Design zu wecken, oder?
Markus Matthies: Ich würde sagen, es ist immer noch sehr clean – das ruhigste Design unter den großen Herstellern und vielleicht gerade deshalb so faszinierend: „begeisternde Klarheit“. Andere Marken setzen auf laut, aggressiv, fast martialisch. CLAAS soll dagegen einladend wirken. Design ist eine Visitenkarte. Die Maschine soll Kraft immer gepaart mit Intelligenz ausstrahlen,
d.h. nie zerstörerisch oder stumpf wirken. Um eine Tieranalogie zu wählen: Wir orientieren uns da eher an einem athletischen Pferd als an einem aggressiven Bullen: dynamisch, kraftvoll und intelligent.
trends: Wie schwer ist es, Design und technische Intelligenz zu kombinieren? Vor allem in der Kabine?
Markus Matthies: Der größte Faktor ist Teamwork. Design, Konstruktion und Systemingenieure – alle müssen sich vertrauen. Mein wichtigstes Learning: Ein Excellenzanspruch an die eigene Arbeit gepaart mit Vertrauen und Verständnis füreinander. Nur dann findet man gute Lösungen, ohne dass einer stur seinen Bereich verteidigt. „Design ist mehr als Optik – es ist Ergonomie.“










