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Über CLAAS
Design AXION 9

Wie Design und Technik den neuen CLAAS AXION prägen.

Das neue CLAAS Design der Motorhaube schafft bessere Sicht – ohne technische Kompromisse.

Klarheit als Markenzeichen: die typische CLAAS Linienführung am AXION 9.

trends: Was macht das typische CLAAS Design eigentlich aus?

Markus Matthies: CLAAS hatte immer eine klare Designsprache: ruhig, clean, bodenständig – klare Linien, lange Flächen, horizontale Proportionen. Ein reiches Erbe, das wir sorgfältig weiterentwickelt haben. Besonders prägend waren unsere charakteristischen Scheinwerfer und ein seitliches Element, das wir anfangs „Bumerang“ nannten. Daraus wurde später das CLAAS typische grüne „Y-Element“ mit dem „Sattel“, also die weiße Fläche, auf der das Logo sitzt. Dieses Motiv findet sich in unterschiedlicher Ausprägung auf allen Maschinen wieder.

 

trends: Trotzdem versuchen Sie doch inzwischen, mehr Emotionen im Design zu wecken, oder?

Markus Matthies: Ich würde sagen, es ist immer noch sehr clean – das ruhigste Design unter den großen Herstellern und vielleicht gerade deshalb so faszinierend: „begeisternde Klarheit“. Andere Marken setzen auf laut, aggressiv, fast martialisch. CLAAS soll dagegen einladend wirken. Design ist eine Visitenkarte. Die Maschine soll Kraft immer gepaart mit Intelligenz ausstrahlen, 
d.h. nie zerstörerisch oder stumpf wirken. Um eine Tieranalogie zu wählen: Wir orientieren uns da eher an einem athletischen Pferd als an einem aggressiven Bullen: dynamisch, kraftvoll und intelligent.

 

trends: Wie schwer ist es, Design und technische Intelligenz zu kombinieren? Vor allem in der Kabine?

Markus Matthies: Der größte Faktor ist Teamwork. Design, Konstruktion und Systemingenieure – alle müssen sich vertrauen. Mein wichtigstes Learning: Ein Excellenzanspruch an die eigene Arbeit gepaart mit Vertrauen und Verständnis füreinander. Nur dann findet man gute Lösungen, ohne dass einer stur seinen Bereich verteidigt. „Design ist mehr als Optik – es ist Ergonomie.“

»Design ist mehr als Optik – es ist Ergonomie«, Markus Matthies, Industrial Designer

trends: Wo spielt Design bei der Kabine eine Rolle – abgesehen von der Optik?

Markus Matthies: Überall. Neben der reinen Optik sind Ergonomie und Haptik reine Designaufgaben. Beim neuen Joystick (E-Pilot) etwa bestimmen wir die Form komplett, natürlich basierend auf technischen Anforderungen. Gleiches gilt für die gesamte Armlehne. Das ist zu 80 % Ergonomie: Wie fühlt es sich an? Wie intuitiv und sicher ist die Bedienung möglich? Getestet werden 3D Druckmodelle – erst intern, dann im Fachteam und schließlich mit Kunden in frühen „Clinics“.

 

trends: Wie stark prägt Kundenfeedback das endgültige Design?

Markus Matthies: Sehr stark. Manchmal sogar stärker, als es von außen wirkt. Die Kunden geben zwar nicht vor, wie etwas aussehen soll – aber sie geben uns die Richtung. Bei der Kabine zum Beispiel waren die Kommentare zur Sicht, zu den Ablagen, zur Bedienlogik extrem wertvoll.
Und ganz ehrlich: Ich setze auf noch mehr Interaktion. Je früher wir wissen, was die Leute wirklich brauchen, desto besser werden die Maschinen.

 

trends: Sie haben erwähnt, dass Farben bei CLAAS streng geregelt sind. Warum ist das so?

Markus Matthies: Weil Farbe im Landtechnikmarkt Identität ist. Ein CLAAS Grün erkennt man sofort, und das ist kein Zufall. Das Grün ist geschützt – das heißt, niemand darf eine Maschine exakt in diesem Farbton bauen. Dazu kommt die festgelegte Farbverteilung, die seit 2001 gilt. Wie viel Grün, wie viel Hellgrau, wie viel Dunkelgrau, wie viel Rot – das ist sehr wichtig. Farbe entscheidet im ersten Moment, ob ein Produkt nach CLAAS aussieht oder nicht. Deswegen behandeln wir das extrem sorgfältig.s.“

Der E-Pilot und die neue Armlehne sorgen für intuitive Bedienung.

trends: Wie gehen Sie damit um, wenn Design und Technik kollidieren?

Markus Matthies: Wir suchen immer den Mittelweg. Ein Beispiel: Radabdeckungen. Länger wäre technisch sinnvoll – weniger Dreck, weniger Spritzwasser. Aber länger und näher am Rad würde auch schwerfälliger wirken. Also haben wir die bestmögliche Balance gewählt. Bei Elementen wie Tagfahrlicht oder dem beleuchteten Logo ist es fast umgekehrt: Das ist Design, das ein Statement setzt. Am Anfang waren einige skeptisch – heute sagen viele: „Das macht den Auftritt komplett.“ Nicht alles muss rein funktional sein, weil der Mensch eben nun mal nicht rein rational ist. Maschinen haben immer auch eine emotionale Komponente. Fahrer verbringen oft viele Stunden am Stück darin – sie wollen etwas haben, auf das sie stolz sind und das sie begeistert.

 

trends: Gibt es auch Bereiche, in denen das Design die Funktion übertrifft? Natürlich im positiven Sinne? 

Markus Matthies: Ein gutes Beispiel ist die neue Motorhaube. Obwohl Kühlpaket und Radstand gleich geblieben sind, wirkt der Traktor deutlich kompakter. Der Fahrer hat eine bessere Sicht auf die Achse und Frontanbauteile. Auch beim Einstieg haben wir enorme Verbesserungen: breiter, sicherer, fast wie eine Treppe. Das ist Design, das die Erwartungen der Produktmanager und Kunden übertroffen hat. 

 

trends: Ist der AXION Ihr persönliches Lieblingsprojekt?

Markus Matthies: Ja, absolut. Er ist eines der markantesten Produkte im Auftritt. Ich freue mich, dass er bei Kunden und Kollegen so gut ankommt. Viele wissen gar nicht, wie weit Design und fertige Maschine zeitlich auseinanderliegen: Von meinem Schreibtisch ist der AXION schon seit drei Jahren verschwunden. So lange dauert es, bis eine designte Maschine tatsächlich auf den Markt kommt. Aber keine Sorge, ich habe jetzt auch ganz spannende Themen auf dem Schreibtisch ...