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Maschinengemeinschaft Next Level

Maschinengemeinschaft Next Level.

Die Idee entstand 2013 auf einer Klausur des Maschinenrings. Man suchte nach einem neuen Konstrukt, sich zu Maschinengemeinschaften unter dem Dach des Maschinenrings zu formieren. 

Peter Christmann ist Geschäftsführer des Maschinenrings Unterallgäu und der AgriCult AG. Er weiß mehr dazu: „In der Praxis gab es die unterschiedlichsten rechtlichen Formen der Zusammenschlüsse. GbR, GmbH oder Bruchteilsgemeinschaften gab es bis dato des Öfteren. Aber all diese Möglichkeiten bergen diverse Risiken bezüglich Haftung, Finanzierung, Verwaltung oder Ausstieg von Mitgliedern. Nach intensiven Gesprächen mit Juristen und einer steuerlichen Beratung kamen wir zu dem Schluss, dass eine AG unter dem Dach des Maschinenrings die richtige Lösung für uns ist.“

Für Peter Christmann, Geschäftsführer Maschinenring, ist die AG sowohl für die Landwirte als auch für den Maschinenring ein Gewinn.

Der richtige Erntezeitpunkt und effiziente Technik sind für die Landwirte Hubert Steinhauser und Florian Wild entscheidend für beste Grasqualitäten im Silo.

Vorteile liegen auf der Hand

Die AG ist laut Christmann eine Plattform für Landwirte, die die „lästigen Aufgaben“ wie Finanzierung, Buchhaltung oder organisatorische Aufgaben übernimmt. Der Landwirt muss dazu Mitglied beim Maschinenring sein und AG-Aktienanteile in Höhe von 150 € erwerben. Mittlerweile gibt es über 100 Aktionäre und aktuell 48 Maschinen in 22 verschiedenen Gemeinschaften. Anhänger, Grünland- und Ackermaschinen, Güllefässer, ein Gülletruck und Mietschlepper mit einem Maschinenneuwert von über 2 Mio. € umfasst der Maschinenpark der AG in diesem Jahr.

 

Bevor allerdings eine neue Maschine in Gemeinschaft genutzt wird, müssen sich die Landwirte für die jeweilige Gruppe selbst finden und einigen. Das ist laut Christmann nicht Aufgabe des Maschinenrings – und nur so kann eine langjährige Zusammenarbeit einvernehmlich funktionieren. Die Mitglieder der jeweiligen Gruppe entscheiden sich für eine bestimmte Maschine und konfigurieren sie nach ihren Bedürfnissen. 


Die Finanzierung übernimmt dann die AG. Sie ist auch Besitzer der Maschine. Über einen Generalmietvertrag wird dann beispielweise der Schwader mittels einer Wirtschaftlichkeitskalkulation (Afa, Zins, Unterbringung, Versicherung, Maschinenwart und Verwaltungspauschale Maschinenring) zu einem festgelegten Mietpreis an die einzelnen Landwirte vermietet. Die Landwirte müssen zuvor eine Mindesteinsatznutzung pro Betrieb festlegen. Dieser gebuchte Mindesteinsatz wird dann anteilig fix vierteljährlich vom Konto eingezogen. Jede Gruppe erhält am Jahresende einen buchhalterischen Teilabschluss ihrer Maschine und verfügt auch über ein eigenes Girokonto. Den gesamten Jahresabschluss aller Gemeinschaften übernimmt die AG, die auch die anfallenden Gewinne versteuert.

Hubert Steinhauser ist Mitglied im Aufsichtsrat der AG, Mitglied in mehreren Maschinengemeinschaften und hat 120 Milchkühe im Stall, er setzt auf schlagkräftige Technik, damit der Fokus auf der Tierbetreuung bleiben kann.

Fünf tun sich zusammen

Hubert Steinhauser ist Milchviehhalter, Mitglied im Aufsichtsrat der AgriCult AG, seit Beginn an Aktionär und mit 4 weiteren Landwirten Mitglied der Schwadergemeinschaft. Die 5 Landwirte haben zwei Vierkreiselschwader und 1 Seitenschwader in ihrem Maschinenpark und schwaden rund 1.200 ha pro Jahr. Für ihn hat dieses Modell nur Vorteile: „Der Fokus auf unserem Betrieb liegt in der Betreuung der 120 Milchkühe. Die Außenwirtschaft wollen wir schlagkräftig und effizient gestalten. Mit diesem Modell können wir kostengünstig Großmaschinen nutzen, ohne die Liquidität unseres Betriebs zu belasten. Der Stundenpreis für den Vierkreiselschwader liegt bei nur 13 € pro ha.“ 

 

Auch Florian Wild ist Mitglied der Schwadergruppe. Der Biobetrieb mit 60 h GL und 11 ha Ackerbau melkt 75 Kühe und hat genau so viel Nachzucht im Stall stehen. „Wir kaufen auf unserem Betrieb kein Kraftfutter zu. Die Silagequalität ist bei uns das A und O für gute Milchleistungen. Dafür brauchen wir schlagkräftige Technik, um die Silage zur richtigen Zeit ins Silo zu bringen.“

 

Mit insgesamt 3 Schwadern ist das kein Problem mehr. Auch bei engen Zeitfenstern aufgrund der Witterung gibt es keine Probleme, erklärt Hubert Steinhauser: „Mit einem Abstand von 2 bis 3 Stunden können alle Mitglieder der Schwadergruppe am selben Tag mähen. Meine 50 ha Grünland liegen mit dem 18-zu-12-Verfahren beim Mähen nach etwa 2,5 Stunden im Schwad. Falls notwendig, können wir sogar zeitgleich mit 2 Häckselketten fahren und 2 Silos gleichzeitig befüllen. Zu hohe Trockensubstanzgehalte im Futter gibt es nicht mehr.“ 

 

Jakob Abel ist ebenfalls in der Schwadergruppe. Der 22-Jährige bewirtschaftet mit seinen Eltern einen Biobetrieb mit rund 50 ha Grünland und hat 65 zu melkende Braunviehkühe im Stall. „Ich finde gut, dass ich bei den Maschinen kalkulierbare Kosten, habe und auch die Haftungsfrage bei der Nutzung ist klar definiert. Für Verbindlichkeiten haftet die AG, bei Delikten jeder Nutzer separat. Die AG hat jede Maschine vollkaskoversichert, andere Schäden sind in der Regel über meine Betriebshaftpflicht abgedeckt.“

Ausstieg – kein Problem

Auch der Ausstieg einzelner Mitglieder ist laut Satzung streng geregelt und lässt kaum Spielraum für Konflikte. Jedes Mitglied weiß genau, worauf es sich einlässt. Sollten doch Probleme auftreten, fungiert der Maschinenring als Moderator und Betreuer der Nutzergruppen. 

 

In jährlichen Gruppengesprächen werden Auslastung, Probleme, Erfahrungen und Finanzkennzahlen besprochen. So kann man flexibel auf Änderungen reagieren. Für jede Gemeinschaft ist ein festgelegter Maschinenwart Ansprechpartner der AG für Wartungs- und Ersatzteilrechnungen. 

 

Für Peter Christmann ist die AG sowohl für die Landwirte als auch für den Maschinenring ein Gewinn: „Unseren Bauern ermöglicht die AG, Großtechnik kostengünstig ohne großen Verwaltungsaufwand oder Risiken zu nutzen. Gleichzeitig schaffen wir eine hohe Identifikation der Landwirte mit der Aktiengesellschaft und schaffen einen festen Zusammenhalt zwischen Landwirt und Maschinenring.“